Versicherungen rund um das Haus
Welche Pensionsversicherungen sind zur Absicherung von Wohneigentum sinnvoll?
 
Hypotheken können für einen Hauseigentümer eine Belastung darstellen. Vor allem dann, wenn sie für ihn und seine Familie mit einer ungewissen finanziellen Zukunft bei Unfall, Krankheit oder Todesfall verbunden sind. Wie stellt der künftige Eigenheimbesitzer seinen persönlichen Bedarf fest?
Ausgangslage: Familie Muster, Wohnort Stadt Zürich, Mann, 35jährig, seit 5 Jahren verheiratet, Gattin 33jährig, Familienfrau ohne Erwerbseinkommen, 1 Kind, 2jährig. Arbeitnehmer mit einem Bruttojahreseinkommen von Fr. 100 000.–, steuerbares Einkommen Fr. 50 000.– (Gemeinde), reformiert.

1. Wie wird das Eigenheim finanziert?

Stand des Zinssatzes 2000

Kaufpreis Fr. 580 000.–
davon Eigenkapital Fr. 100 000.–
Fremdkapital Fr. 480 000.–
davon Hypothek im 1. Rang (4,25%) Fr. 380 000.–
davon Hypothek im 2. Rang (4,875%),
zu amortisieren während 25 Jahren
Fr. 100 000.–

 2. Auf welche Summe belaufen sich die Kosten für die jährliche Finanzierung des Eigenheims?

Zinsen für Hypothek im 1. Rang Fr. 16'150.–
Zinsen für Hypothek im 2. Rang (im 1. Jahr) Fr. 4'875.–
Amortisation Hypothek im 2. Rang Fr. 4'000.–
Nebenkosten Fr. 5'800.–
Total Belastung pro Jahr Fr. 30 825.–
Total Belastung pro Monat Fr. 2 570.–

3. Budget der Familie
Ein mögliches Budget könnte so aussehen:

Belastung für Nebenkosten,
Hypothekaraufwand und -amortisation
Fr. 2'570.–
Amortisation und Unterhalt Personenwagen Fr. 700.–
Krankenkasse Fr. 550.–
Haushaltsgeld Fr. 1'500.–
übrige Versicherungen Fr. 300.–
Zahnarzt Fr. 200.–
Steuern Fr. 540.–
Taschengeld Fr. 400.–
Kleider Fr. 300.–
Reserve Fr. 300.–
Total Fr. 7'360.–

 

Die monatlichen Einnahmen sind wie folgt:

Bruttolohn Fr. 8'333.—
abzüglich Sozialversicherungsabzüge Fr. 1'123.45
zuzüglich Kinderzulage Fr. 150.—
Nettoauszahlung Fr. 7'359.55

 

4. Wie ist Herr Muster durch die staatliche und die berufliche Vorsorge versichert?
Annahme:
Herr Muster ist im Rahmen einer umhüllenden Pensionskassenlösung versichert, welche die gesetzlich geforderten Leistungen gemäss BVG freiwillig erhöht hat:

 5. Feststellungen
Die Hausfinanzierung stellt einen grossen Posten im Budget der Familie dar. Aus diesem Grunde können bei kurz- und langfristiger Erwerbsunfähigkeit finanzielle Probleme auftauchen, die sich mit zusätzlichen Erwerbsunfähigkeitsversicherungen vermeiden lassen. Bei Todesfall durch Krankheit kann der Verbleib im Eigenheim mit Bezug auf diese Zahlen in Frage gestellt werden. Auch hier lassen sich Deckungslücken mit Kapitalversicherungen problemlos vermeiden.
Aus den Zahlen geht nun klar hervor, dass die Familie bei einer Erwerbsunfähigkeit des Versorgers auf das volle Erwerbseinkommen angewiesen ist, um die laufenden Kosten zu tragen, und dass im Falle des vorzeitigen Todes infolge einer Krankheit des Familienvaters der Verbleib der Hinterbliebenen im Eigenheim nicht sichergestellt ist.

6. Versicherungslösungen
Wie können nun die Versicherungslücken sinnvoll abgedeckt werden?

  • Taggeldversicherung Fr. 20 000.– pro Jahr (Abdeckung der Erwerbsunfähigkeit während 2 Jahren), Wartefrist 30 Tage, Leistungsdauer 720 Tage abzüglich Wartefrist;
  • Erwerbsunfähigkeitsrente Fr. 14 000.– pro Jahr, Wartefrist 24 Monate,Leistungsdauer bis zum 65. Altersjahr;
  • Todesfallrisiko-Versicherung Fr. 200 000.– konstant, Dauer 25 Jahre;
  • Todesfallrisiko-Versicherung Fr. 100 000.– um den Betrag der Amortisation abnehmend, Dauer 25 Jahre.

Die Nettoprämien betragen im ersten Versicherungsjahr:

Taggeld Fr. 486.–
Erwerbsunfähigkeitsrente und
Todesfallrisiko-Versicherungen kombiniert
Fr. 1 600.–
Total Fr. 2 086.–

 

Die Versicherungskosten inklusive Amortisation belaufen sich auf:

Taggeld Fr. 486.–
Erwerbsunfähigkeitsrente und
Todesfallrisiko-Versicherung kombiniert
Fr. 1 600.–
Amortisation pro Jahr Fr. 4 000.–
Total Fr. 6 086.–

 

7. Zusammenfassung
Erwerbsunfähigkeits- und Lebensversicherungen stellen bedeutende Eckpfeiler im Rahmen der Sicherheitspolitik des Hauseigentümers dar. Die Versicherungen sollen dem sich verändernden Bedarf der Familie angepasst werden können. Keinesfalls dürfen rein fiskalische Sparmodelle der «Architektur» der Vorsorgelösung vorgezogen werden. Der Vorsorgeschutz der nicht erwerbstätigen Familienfrau sollte auf keinen Fall vernachlässigt werden.

 

 
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