| Gut gewappnet für den
Hauskauf Niedrige Zinsen, gesunkene Preise
auf dem Bau und generell niedrige Immobilienpreise - das Eigenheim ist so nah wie noch
nie. Dennoch sollten Kaufinteressenten das Objekt ihrer Träume mit Sorgfalt auswählen
und sich ganz von ihren eigenen Wohnbedüfnissen leiten lassen.
Die Auswahl an Einfamilienhäusern und Eigentumswohnungen war
noch kaum je so gross wie heute. Wer nach einem geeigneten Objekt Ausschau hält, hat die
Qual der Wahl. Täglich sind Tausende von Angeboten in den Zeitungen und in anderen Medien
ausgeschrieben. Auch hinsichtlich Preis, Ausstattung und Lage wird Kaufinteressenten ein
breites Spektrum geboten. Vom standardisierten Fertighaus ab 400 000 Franken inklusive
Land bis zur imposanten Villa zu weit mehr als einer Million an einem der begehrten
Seeufer reicht die Auswahl.
Wo suchen?
Wer sich noch im unklaren ist, wie und wo er mit der Suche
anfangen soll, beginnt am besten mit den Liegenschaftenanzeigen in den Zeitungen. Was in
der Presse inseriert wird, deckt den grössten Teil des Marktes ab. Wenn Sie sehr gezielt
vorgehen wollen und über einen Internet-Anschluss verfügen, sollten Sie einmal das
Angebot im Internet durchstöbern (zum Beispiel auf http://www.immoclick.ch oder
http://www.homegate.ch). Daneben bietet sich auch die Möglichkeit, im Kontakt mit Maklern
und Immobilien-Treuhändern ein geeignetes Objekt zu finden. Wenn Sie einem Makler einen
eigentlichen Suchauftrag erteilen, wird allerdings eine Vermittlungsgebühr fällig,
sofern Sie mit seiner Hilfe fündig werden. Wer in einem ganz bestimmten Dorf oder
Quartier etwas sucht, kann sich auch bei einer Bankfiliale oder bei lokalen Architekten
und Generalunternehmern erkundigen. Oft erhalten Sie gar im Dorfladen, in einem Restaurant
oder bei der Poststelle wertvolle Hinweise.
Trotz des grossen Angebots und den zurzeit niedrigen Preisen
ist es aber alles andere als einfach, das erträumte Wunschobjekt zu finden. Nur allzu oft
kommt es vor, dass Interessenten nach langer erfolgloser Suche sagen: "Hätte ich
doch nur vor sechs Monaten dieses oder jenes Haus gekauft, das inzwischen schon weg
ist!" Andererseits ist nicht auszuschliessen, dass man einen Kauf später bereut,
weil ein Haus gar nicht den eigenen Lebensgewohnheiten entspricht. Umso mehr zählt es,
den Sinn für das Wesentliche zu schärfen.
Machen Sie eine Checkliste
Zuallererst sollten Sie daher über Ihre eigenen Bedürfnisse
nachdenken. Wie gross soll das Haus sein? Wie viele Zimmer muss es haben? Welche Bauweise
und welchen Architekturstil ziehen Sie vor? Wie wichtig sind Ihnen Ruhe und Sonne? Welche
Qualitäten sollten das Umfeld und die Gemeinde mitbringen? Welche
Distanzen zu Schule, Arbeitsplatz und Einkaufsmöglichkeiten
sind für Sie vernünftig? Welche Anforderungen stellen Sie an Innenausbau und
Materialien? Wie sieht das Budget aus, wieviel können Sie monatlich fürs Wohnen
ausgeben?
(Siehe Tabelle am Schluss des Artikels.)
Dabei geht es darum, ganz ehrlich die eigenen Vorstellungen
und Möglichkeiten zu definieren - unabhängig von dem, was Freunde sagen, unabhängig von
jeglichen Repräsentationswünschen. Um den Überblick zu bewahren, lohnt es sich, eine
Checkliste mit einem klar definierten Anforderungsprofil zu den genannten Punkten
aufzustellen (Lage, Preis, Innenausbau etc.) Generell sind zudem die längerfristig zu
erwartenden Kosten realistisch zu budgetieren; auch die Vor- und Nachteile eines
Standortes sollten sorgfältig abgewogen werden. Überprüfen Sie daher die Distanzen -
notieren Sie sich die erforderliche Zeit und die Kosten für den Weg zur Arbeit, zur
Schule, zum Einkaufen oder um ihre Freunde und Verwandten zu besuchen.
Wenn Sie Prioritäten setzen, laufen Sie weniger
Gefahr, sich von diesem oder jenem Angebot oder von kurzfristigen Modetrends blenden zu
lassen. Zwar sind heute zum Beispiel offene Grundrisse, grossräumige Entrées und
Wohn-/Esszimmer sehr en vogue, aber in der Praxis wissen nicht alle Leute, wie sie diese
Wohnflächen wirklich nutzen und einrichten sollen. Im Alltag bewährt sich eben doch oft
eine Raumaufteilung, die gewisse Rückzugsmöglichkeiten schafft. Räume, die sich
gliedern lassen, oder kleinere Individualzimmer anstelle einer grossen
"Wohnhalle" erweisen sich in der Nutzung meist als flexibler. Von praktischer
Bedeutung ist zudem die Zuordnung der Räume - ein Grundriss sollte so konzipiert sein,
dass Tätigkeiten, die in Ihrem Wohnalltag zusammengehören, auch räumlich nahe
beieinander ausgeübt werden können.
Achten Sie daher darauf, dass das Gebäude Störungen
zwischen den einzelnen Wohntätigkeiten möglichst vermeidet.
Führen Sie ein "Wohntagebuch"
Ein wichtiges Hilfsmittel zur Klärung der Wohnbedürfnisse
ist die Führung eines Journals, in dem Sie einen Tagesablauf aller Mitglieder des
Haushalts und die Nutzung der Räume festhalten. So lassen sich Fragen beantworten wie:
Reicht eine Sanitärzelle? Wie viele Schlafzimmer brauchen wir? Bedarf es eines separaten
Arbeitszimmers? Daneben sollten Sie sich Gedanken machen über künftige Veränderungen:
zum Beispiel durch Familienzuwachs, wenn jemand zu Hause arbeitet oder wenn später die
Kinder ausziehen. Erst recht ändern sich die Wohnbedürfnisse im Alter oder wenn das Haus
irgendwann in zweiter Generation genutzt wird.
Denken Sie daran: Wohneigentum ist eine Investition in die
Zukunft.
Das Haus muss nicht unbedingt auf die klassische Kernfamilie
zugeschnitten sein (berufstätiger Vater, Mutter und zwei Kinder); die Familien- und
Haushaltsformen sind vielfältiger geworden. Daraus entstehen neue Anforderungen an die
Wohnsituation. Daher ist es viel wert, wenn Ihr Haus flexible Nutzungen zulässt. Ein
Grundriss aber, der den Platz für Fernseher, Sofa, Bett und Schreibtisch von Anfang an
vorgibt, entspricht kaum noch den heutigen Anforderungen.
Einfluss des Eigenkapitals auf die finanzielle Belastung
Basierend auf den Hypothekarzinssätzen von 4,0 bzw. 4,75
Prozent
(Stand Dezember 1998)
|
Beispiel1
Eigenkapital
20 Prozent |
Beispiel1
Eigenkapital
35 Prozent |
Beispiel1
Eigenkapital
50 Prozent |
| A) Anlagekosten bzw. Kaufpreis |
800 000.- |
800 000.- |
800 000.- |
| B)Eigenkapital (mind. 20% von A) |
160 000.- |
280 000. |
400 000.- |
| C)Fremdkapital (A-B) |
640 000.- |
520 000. |
400 000.- |
| D)1.Hypothek (max. 65% von A) |
520 000.- |
520 000. |
400 000.- |
| E)2.Hypothek |
120 000. |
- |
- |
| F)Zins 1. Hypothek (4,0% von D)* |
20 800.- |
20 800.- |
16 000.- |
| G)Zins 2. Hypothek (4,75% von E)* |
5 700.- |
- |
- |
| H)Amortisation 2. Hypothek |
4 800. |
- |
- |
| J)Unterhaltskosten (0,7% von A) |
5 600.- |
5 600. |
5 600. |
| K)Aufwand pro Jahr (F+G+H+J) |
36 900. |
26 400.- |
21 600.- |
| L)Aufwand pro Monat (K Ö 2) |
3 075. |
2 200.- |
1 800.- |
|
|
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|
| Mind.-Bruttolohn pro Monat (L x 3) |
9 225. |
6 600.- |
5 400.- |
Ihr Beispiel
Drei Beispiele, wie sich die Höhe des Eigenkapitals beim
Kauf eines 800 000 Franken teuren Hauses auf die Zinsbelastung auswirkt. Bringt der
Bauherr lediglich das minimale Eigenkapital von 20 Prozent gemessen an den gesamten
Anlagekosten mit, bezahlt er pro Monat 3075 Franken "Miete" und müsste somit
9225 Franken verdienen (Beispiel 1). Ist das Eigenkapital so hoch, dass keine 2. Hypothek
nötig ist, sinkt die Belastung bereits massiv (Beispiel 2). Beläuft sich sein
Eigenkapital gar auf 50% (weil er beispielsweise bereits über das Bauland verfügt),
sinkt die monatliche Belastung auf 1800 Franken, was ein Einkommen von rund 5400 Franken
voraussetzt (Beispiel 3). Sparen beizeiten lohnt sich also
alleweil!
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