Interview mit
Kurt
Aeschbacher
„So wohnt die Schweiz von morgen“
Herr Aeschbacher, was erwarten Sie von einer „fairen
beruflichen Partnerschaft“?
Ich erwarte – unabhängig von hierarchischen Stufen –
gegenseitigen Respekt.
In welchen Bereichen sind Sie besonders auf die
Zuverlässigkeit anderer Menschen angewiesen?
Die Verlässlichkeit ist in allen Lebensbereichen eine
der wichtigsten Voraussetzungen, um gut zusammen leben
und arbeiten zu können.
… und wie reagieren Sie, wenn jemand in dieser
Zuverlässigkeit versagt?
Wenn jemand in dieser Zuverlässigkeit versagt, versuche
ich immer zuerst herauszufinden, weshalb das geschehen
ist. Oftmals ist man auch enttäuscht, weil man nie klar
signalisierte, dass man auf jemanden zählt.
Zuverlässigkeit ist keine Einbahnstrasse und sie braucht
von allen Beteiligten klar definierte Erwartungen und
Zugeständnisse.
Welche Kriterien und persönlichen Eigenschaften sind
Ihnen bei der Zusammenstellung eines Teams besonders
wichtig?
Zuerst muss ich für ein Team die Zielsetzungen
definieren; diese Ziele sind die Voraussetzung, um die
Gemeinsamkeiten einer Gruppe festzulegen. Als
Vorgesetzter ist es meine Aufgabe, diese Erfordernisse
klar und nachvollziehbar zu kommunizieren. Es liegt dann
an den einzelnen Teammitgliedern, ob sie sich
grundsätzlich mit diesen Zielen identifizieren wollen.
Aber ein erfolgreiches Team ist immer auf die Loyalität
eines jedes Einzelnen gegenüber der Gruppe angewiesen.
Sind Sie ein Teamplayer? Was zeichnet Sie aus?
Ohne
Team könnte ich nicht existieren.
Welche Bedeutung hat das Wort „Planung“ für Kurt
Aeschbacher?
Planung ist für mich leider oft ein Fremdwort. Ich bin
ein klassischer „Last Minute-Mensch“. Meine Stärke lag
nie in der langfristigen Planung, sondern in der
kurzfristigen Improvisation. Diese Eigenschaft
strapaziert andere Menschen oft über Gebühr.
Mit welcher Vorlaufzeit werden die Themen für Ihre
Sendungen geplant?
Wir legen die Sendethemen jeweils ein halbes Jahr im
Voraus fest. Wenn wir aber feststellen, dass ein Thema
nicht funktioniert sind wir immer bereit, das Programm
kurzfristig umzustellen. Die Gäste sind erst etwa drei
bis maximal vier Wochen vor der Sendung bestimmt,
oftmals aber auch erst wenige Tage vorher.
Definieren Sie jeweils die Themen für Ihre Sendungen?
Wie lassen Sie sich für neue Themen inspirieren?
Da ich mich weitgehend aus dem Alltagsgeschäft der
Sendung heraushalte, habe ich mehr Zeit, mich
strategisch mit Themen, Tendenzen und Entwicklungen
auseinanderzusetzen. Inspiriert werde ich von den vielen
Zeitschriften, Zeitungen, Büchern – aber noch viel mehr
von all den Gesprächen und Begegnungen, die ich täglich
habe.
Wie finden Sie Ihre jeweiligen Gesprächspartner für Ihre
Sendung?
Dieser Prozess findet in einer engen Zusammenarbeit
zwischen der Redaktion und mir statt. Ich notiere mir
laufend Ideen und potentielle Gäste in ein kleines
Moleskin Büchlein, welches ich stets mit mir herumtrage.
Wenn ich dann mit dem zuständigen Redaktor eine Sendung
zusammenstelle, fliessen sowohl seine Recherchen als
auch meine Vorschläge mit ein.
Bitte definieren Sie Ihre Vorstellung von
„Leistungsbereitschaft“.
„Leistungsbereitschaft“? Das ist für mich ein „hohler“
Begriff; was heisst denn schon „Bereitschaft“? Für
unsere Arbeit ist Neugierde notwendig, Begeisterung,
Intuition, Improvisation. Daraus entsteht dann im besten
Fall eine Art Magie, die man als Leistung definieren
könnte.
Welche Bedeutung hat das Wort „Effizienz“ bei der
Ausübung Ihres Berufes als Moderator?
„Effizienz“, auch wieder so ein Begriff aus dem
Vokabular des Betriebsökonomen. Bei uns geht es nie
darum, einen Vorgang schneller, rationeller oder
kostengünstiger herzustellen. Es geht vielmehr um den
intellektuellen oder empathischen Vorgang, einem
Menschen innerhalb eines Gesprächs inhaltlich und
emotional gerecht zu werden.
Spitzensportler trainieren, um an einem bestimmten Tag
ihre beste Leistung zu erbringen. Wie bereiten Sie sich
auf Ihre Sendung, respektive auf Ihre Gesprächspartner
vor?
Ich muss für unsere Sendung mindestens 45 Mal pro Jahr
versuchen, mich vollständig auf mein Gegenüber
einzustellen. Hierfür erwarte ich von mir, dass ich mich
perfekt darauf vorbereite. Dass ich mich während der
Sendung auf nichts anderes fokussiere als auf meine
Gesprächspartner und mich selber dabei in den
Hintergrund stelle.
Sie sind ein Mann, der sich unter anderem mit Trends
auseinandersetzt. Welche Trends erwarten uns, Ihrer
Meinung nach, im Bereich Wohnen?
Die Menschen in unseren Breitengraden werden dem Wohnen,
ihrem Wohlbefinden in den eigenen Wänden in den nächsten
Jahren eine grössere Bedeutung zumessen. Freunde zuhause
zu empfangen, zu bekochen wird in einer
Singlegesellschaft immer wichtiger. Die Tatsache, dass
in der Schweiz in 15 Jahren 50% der Bevölkerung über 50
Jahre alt ist, wird die Art der Inneneinrichtung, das
Bedürfnis nach Bequemlichkeit, Komfort, Genuss massiv
erhöhen.
Eine gut eingerichtete Küche, ein bequemes, schönes Bad
und hübsche Accessoires sind auch für Mieter immer
wichtigere Möglichkeiten der Selbstverwirklichung.
Wohnliche Balkone und idyllische Gärten werden in den
nächsten Jahren noch zentralere Themen werden als
bisher.
Haben Sie auch schon bei der Realisation eines
Bauprojektes mitgewirkt? Falls ja, können Sie uns ein,
zwei markante Erfahrungen - die Sie in diesem
Zusammenhang erlebten - mitteilen?
Ich habe zwei Häuser umgebaut und meine Wohnung von
Grund auf renoviert. Die markanteste Erfahrung die ich
dabei machte, ist: von Anfang an möglichst wenig
Kompromisse zu machen!
Was würden Sie einer Gruppe von Fachpersonen aus der
Haustechnik- oder Architekturbranche am liebsten einmal
sagen? Oder fragen?
Architekten und Planer sollte man zwingen, mindestens
ein Jahr lang in ihren eigenen Entwürfen zu leben.
Kurt Aeschbacher wohnt heute ….
… in einer zauberhaften Jugendstilwohnung mit extrem
viel Platz.
Ihre Vorstellung vom idealen Wohnen ist ….
… in meiner Wohnung realisiert oder wird laufend
umgesetzt.
Bilder
zum PlanerMeeting
|