Küche

Von der Arbeitsküche - zur Küche als Wohnraum

 

In den 60er Jahren war die Arbeitsküche «in». Raum und Ausstattung blieben rein funktionell auf das Kochen beschränkt. Das hat sich grundlegend geändert. Die Wohnbereiche Essen, Schlafen, Spielen, Arbeiten und Feiern überschneiden sich immer öfter. Bei einer Renovation müssen die Wünsche und der Zweck von Grund auf überprüft werden. Heute haben sich nicht nur der Aufbau und die Gestaltung der Kücheneinrichtung (Küchenmöblierung,
Einbauküche) aufgelockert, auch die Zuordnung von Fläche und Raum für
die Bedürfnisse aus dem Gemeinschaftsleben müssen flexibel und variabel sein. Mit Wänden umgrenzte Räume sind statisch, das Leben ist
aber ein dynamischer Prozess. Die Fachleute sprechen heute von «Wohnen nach dem Lego-System»: Alles sollte sich jederzeit anpassen lassen. In vielen Fällen wird in Zukunft die «Kochstelle» in Richtung Wohnzimmer vollständig
offen sein. Dazu hat auch die Küchen- und Geräte-Technik mit enormen Verbesserungen die nötigen Voraussetzungen geschaffen (fast
geräuschlose Geschirrspüler, wirksame leisere Abluft-Technik). Mit der Sanierung den Wohnwert steigern. Der Nachbau einer 20jährigen Küche mit unverändertem Layout würde zwar mit der Qualitäts und Leistungssteigerung beim Material, durch die neueste Geräte-Generation mit ständig verbesserten
Funktionen und Energieverbrauchswerten sowie beim gesamten Zubehör durch die funktionelle Innenausstattung eine namhafte Verbesserung bringen, aber dieser Nachbau steigert nicht den Wohnwert. Die Grenzen werden vom Raumkonzept gesetzt.Zu den Vorabklärungen über die Optimierung einer Renovation oder Sanierung gehört also die Frage, wie die Küche durch räumliche Veränderungen oder mit einem völlig neuen Küchen-Layout dem Wunsch nach mehr «Küche im Zentrum» gerecht werden kann. Bevor Erneuerungsmassnahmen umgesetzt werden, muss dem technischen Umfeld der Küche, den Wänden, Mauerwerk, elektrische und sanitäre Leitungen,
Lüftungskanäle, Wand- und Bodenbelege entsprechend Rechnung getragen werden. Beispielsweise kann die Verschiebung oder auch das Einfügen eines Fensters manchmal Wunder wirken. Die heutigen Möglichkeiten einer neuen
Küche sind beinahe grenzenlos variabel, flexibel und auch individuell anpassbar. Die Grenzen werden vom Raumkonzept gesetzt.
Die Wunschliste an die neue Küche. Bei der Renovation einer massgeschneiderten, den individuellen Bedürfnissen entsprechenden
Küche, gibt es noch eine Anzahl von Fragen zu klären. Die Bauherrschaft muss ihre künftigen Bedürfnisse und Anforderungen an den Küchenbereich kennen und zunächst einige Fragen beantworten:
- Wie viele Personen leben im Haushalt – heute, in zehn und in zwanzig  Jahren?
- Werden gerne Gäste empfangen? Viele Partys beginnen im «Salon» und     enden in der Küche.
- Sind der Koch oder die Köchin beim Kochen am liebsten ungestört, oder schätzt man den Kontakt mit der Familie und den Gästen auch während dem Kochen?
- Welche baulichen Veränderungen sind bei einer Küchenrenovation möglich?
- Welche Ausgestaltung des Küchenzimmers mit Einbauten, Möbeln, Geräten und Einrichtungen wird gewünscht (z.B. Auszüge, Stauraumnutzung)
- Welches Material für die Fronten, Arbeitsflächen, Spülen usw. wird sowohl unter dem visuellen als auch unter dem funktionellen Aspekt bevorzugt?
- Gibt es schon eine Idee vom verfügbaren Budget?  

Eine seriöse Planung erspart Ärger.
Mit den Antworten auf die Einstiegsfragen geht das Planen erst richtig los. Die Beispiele in den Ausstellungen der Küchenfirmen oder auf Messen
zeigen die Vielfalt der Möglichkeiten, aber kaum je auf Anhieb die einzig richtige Lösung. Diese wird gemeinsam erarbeitet: Auf der einen Seite vom Küchenspezialisten mit seinem Wissen, und auf der anderen Seite von den Küchenbenützem (Bauherrschaft), welche am Schluss des Planungsprozesses die eigenen Bedürfnisse, (Gewohnheiten, Arbeitsabläufe, Atmosphäre)
besser kennen. Ein solches Vorgehen braucht einiges an Zeit und planerischem Einsatz. Aber es lohnt sich, denn das einzig gültige Patentrezept
für die perfekte Küche gibt es nicht.

Was erwarten wir in Zukunft von der Küche?
Zur Wohnlichkeit gehören jedoch nicht nur Platz, Technik und Möbel, sondern auch das Licht. Was vorher mehr wie ein Werkplatz wirkte, gewinnt z.B. mit versetzten oder grösseren Fenstern oder mit einer gut geplanten Beleuchtung
die gesuchte wohnliche Atmosphäre. Die Küche der Zukunft kommt heute auf einem höheren Niveau zum Ausgangsort zurück: Sie wird wieder grösser, rnultifunktionaler, wird wieder von mehreren Personen gleichzeitig genutzt und
bleibt dabei aber praktisch, funktional optimiert und leicht zu reinigen. Dabei hilft die Nanotechnologie durch Versiegeln der Oberflächen (Holz, Kunststoff, Chrom, Glas, Keramik, etc.), somit lassen sich Fett, Öl, Kalk und sonstige
Verschmutzungen leicht und mit weniger Reinigungsmateriallen schnell und sauber entfernen.

Text: Küchenverband Schweiz